Keine Regeln: Was man von Netflix lernen kann

Keine Regeln: Was man von Netflix lernen kann

Keine Regeln: Was man von Netflix lernen kann

Das Buch über den Netflix Erfolg zeigt, wie man mit einer scheinbar „verrückten“, freien Firmenkultur seine Mitarbeiter entfesselt. Ehrliches Feedback und: No Rules! 

Auf den Punkt gebracht

In „Keine Regeln“ geht es um die Darstellung der einzigartigen Netflix Firmenkultur. Netflix lässt Mitarbeitern große Freiheiten und verpflichtet sie dazu, ihren Vorgesetzten offenes und ehrliches Feedback zu geben! Netflix schaffte die meisten Regeln ab, die üblicherweise in Firmen existieren. Klingt paradox und verrückt? Ist es irgendwie auch. Aber es funktioniert. Und wie!

Netflix expandiert und ist erfolgreich wie nur wenige Unternehmen auf der Welt. Bei einer hohen Zufriedenheit der Mitarbeiter. Kein Wunder: Diese können Urlaub nehmen, wann und so viel sie wollen, müssen sich Reisespesen und Investitionen nicht genehmigen lassen, haben keine Zeiterfassung, eine extrem hohe Selbstentscheidungs-Kompetenz und können ihren Vorgesetzten ihre freie Meinung sagen, ohne negative Konsequenzen befürchten zu müssen.

Im Gegenteil, sie werden sogar noch ermuntert dazu! Dafür wird lediglich erwartet, dass sie ihren Job außerordentlich gut erledigen. > Einen Haken musste die Sache ja haben!  ;- )

Das Verblüffendste an Netflix ist die offene Feedback-Kultur. Kein Meeting mit einem Netflix Mitarbeiter ohne Feedback. Ungefragt werden Anregungen, lobende, aber auch kritische Kommentare abgegeben. Eine „Etikette“ sorgt dafür, dass diese Feedbacks konstruktiv ablaufen.

Für wen dieses Buch vor allem ist

Insbesondere für Firmenchefs und Personalchefs, vor allem aber für alle Mitarbeiter oder Führungskräfte in innovativen Bürojobs. Denn die Firmenkultur von Netflix funktioniert vor allem dort, wo eine Firma innovativ und kreativ sein muss, um auf Trends und Veränderungen schnell reagieren zu können.

„Keine Regeln“ bricht althergebrachte Normen auf und ist für einen ganz bestimmten, modernen Mitarbeitertyp geeignet, den man nicht in allen Branchen findet. „Keine Regeln“ erteilt Kontrollfreaks“ in Firmen eine Absage und zeigt, dass es auch anders geht.

Lasst euch nichts einreden – setzt euch keine geistigen Limits, ist die Botschaft. Komplexe Verfahren und Kontrollmechanismen können sich genauso als Hemmschuhe erweisen. Wenn man genau weiß, was man will und tut, kann man klassische Regeln brechen und dadurch ungeahnte Kräfte freisetzen. 

„Keine Regeln“ hat gezeigt, dass es auch ohne viele Regeln läuft – und sogar besser! Während Wettbewerber, die viel größer als Netflix waren, wie Blockbuster, heute längst vom Markt verschwunden sind, startet Netflix richtig durch. Weltweit.

Auf dem US-amerikanischen Arbeitsmarkt steht man als Arbeitgeber heute in Konkurrenz zu besten Adressen wie Google oder Amazon. Was alles über die Attraktivität von Netflix als Arbeitgeber aussagt. Logisch: Netflix hat ja auch Dinge zu bieten, die andere nicht bieten.

Wer als Arbeitgeber attraktiv sein will, findet hier wertvolle Anregungen. Zwar denke ich nicht, dass sich die Netflix Kultur als Blaupause für alle Firmen eignet – aber man kann sich vom Prinzip her eine ganze Menge abschauen. 

Einige Aussagen aus „Keine Regeln“

  • Interne Verfahren und Kontrollmechanismen lähmen eine Firma, die schnell reagieren muss
  • Mitarbeiter zu selbstständigem Denken zu ermuntern, ist die beste Lebensversicherung einer Firma, die in einem Zukunftsmarkt agiert
  • Mit einer Vereinfachung der Regeln und Prozesse schlägt man zwei Fliegen mit einer Klappe: man erhält schnellere Prozesse und zufriedenere, selbstständige Mitarbeiter
  • Das geht jedoch nicht mit jedem Mitarbeitertypus: Dafür muss man Mitarbeiter rekrutieren, die ein hohes Maß an Talent, Motivation, Kompetenz und Eigenverantwortung mitbringen
  • Dies folgt der Erkenntnis: Talentierte Menschen machen einander besser, schlechte ziehen die gesamte Teamleistung nach unten!
  • Um eine „lernende Organisation“ aus „High Potentials“ zu formen, ist offenes Feedback die beste Methode, um gängige Kontrolle zu ersetzen. Buttom-Up-Führung von unten!
  • Dazu gehört, dass man „Low Performer“ bei Netflix relativ rasch und radikal ausselektiert

Bewertung der Thesen

So viel Urlaub kriegen, wie man will? Schonungslos offenes Feedback gegenüber Vorgesetzten? Und dabei zahlt Netflix auch noch Spitzengehälter!? Manche Thesen klingen so provokant, dass man erst mal gar nicht glauben möchte, dass sie funktionieren.

Aber sie tun es, und das ist auch nachvollziehbar. Denn: Netflix hat die Firmenkultur nicht den Mitarbeitern „übergestülpt“, sondern für den Mitarbeitertypus, den man braucht, die richtige Firmenkultur entwickelt. Das ist auch das, was man aus diesem Buch vor allem lernen kann.

Weniger sollte man die Rezepte nachbeten oder nachahmen wollen. Sondern die entscheidende Botschaft verstehen und verinnerlichen: Man sollte sich trauen, die Firmenkultur radikal zu verändern! Und solange daran zu schrauben, bis sie passt. Schließlich ist sie für die Menschen und die Firmenziele da – und nicht die Menschen für die Firmenkultur.

Netflix zeigt, was alles möglich ist

Das Beispiel Netflix zeigt, was möglich ist. Man gewährt den Mitarbeitern sogar volle Einblicke und Transparenz in alle Firmendaten – was ein hohes Risiko für ein börsennotiertes Unternehmen birgt, bis hin zu Haftstrafen wegen Geheimnisverrat. Aber Netflix macht es trotzdem!

Mit aller Konsequenz. Weil man von dem, was man denkt und tut, überzeugt ist. Wirklich beeindruckend! Klare Kante zeigen, sich trauen, zu sich selbst zu stehen – das kann man aus dieser Lektüre mitnehmen.

Und: Klar ist der Titel „Keine Regeln“ plakativ gewählt, denn es gibt natürlich Rahmenbedingungen für das Miteinander – aber diese sind eher offen. Lesen Sie dazu im Buch die Passagen zum Thema „Führen durch Kontext“ (statt eben durch Regeln).

Von einer Netflix Mitarbeiterin wird sogar berichtet, dass sie jedes Jahr 10 Wochen Urlaub nimmt (!), um sich Lebensträume in Form von Reisen zu erfüllen. Als Gegenleistung dankt sie ihrem Arbeitgeber diese Freiheit durch exzellente Leistung, wenn sie im Büro ist. Und das ist, nicht überraschend, länger als der übliche 8-Stunden-Tag. Aber so bekommen beide Seiten, was sie haben wollen.

Fazit

Eine inspirierende Lektüre. Dieses Buch über die Erfolgsgeheimnisse von Netflix ist für alle empfehlenswert, die Arbeit neu denken wollen. Die sehen wollen, was alles geht und „Best-Practice-Beispiele“ suchen. Keine Regeln bringt Menschen dazu, Arbeit neu denken und eine Work Life Balance neu definieren zu können.

Ein Kriterium für ein gutes Buch ist immer, dass es einen in Erstaunen versetzt. Dass man denkt: „Unerhört!“ Oder: „Das gibt’s doch nicht!“ Diese Momente hat man bei der Lektüre von „Keine Regeln“ häufig. Aber Vorsicht:

Empfehlung: Lesen wird Ihr Bild von Ihrem Arbeitsplatz verändern! Christian Born

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Diese Formulierung stammt aus dem Bestseller „Keine Regeln“ über Netflix. Dort ist Feedback Teil der Firmenkultur und der Verbesserungs-Prozesse. Es bedeutet: „Mit positiver Grundhaltung aussprechen, was man wirklich denkt und anderen real ins Gesicht sagen könnte.“ Na, dann los …

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