Lebensglück

Der Weg zum Lebensglück. Was Glück bedeutet – und was nicht

Glück ist einer der drei grundsätzlichen Lebenswege: Erfolg, Glück und Work Life Balance. Die Wege des Glücks sind nicht vergleichbar mit den Wegen zum Erfolg, auch wenn Menschen das oft glauben und miteinander vermischen oder im Erfolg ihr Glück suchen und umgekehrt. Glück wird hier immer im Sinne von „Glücklichsein“ verstanden oder von „Lebensglück“. Wie man sein Glück im Leben findet, was Glück ist und wie man seine vielfältigen Dimensionen voneinander unterscheidet, findet man hier auf SUCCESS INSPIRATIONS.

Was ist Glück? Die Bedeutungen eines vielschichten Themas und Begriffs

Ist es nicht paradox: Kaum jemand kann es erklären, aber alle Menschen wünschen sehnsüchtig, es zu erlangen: das Glück. Was ist das eigentlich, das Glück? Zu diesem Thema gibt es unzählige Schriften und Definitionen. Schon die Philosophen in der Antike und auch die Weltreligionen haben sich mit der Glücksfrage ausgiebig beschäftigt. Trotz einer Vielfalt an Antworten zum Verständnis von „Glück“ fällt es den Menschen in der modernen westlichen Welt nicht leicht, eine nach heutigen Maßstäben passende Definition und Bedeutung zu finden. SUCCESS INSPIRATIONS wird auf dieser Seite weiter unten die einzelnen Puzzleteile beschreiben und das Puzzle am Ende richtig zusammensetzen.

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Weg mit den philosophischen „Altlasten“: Hedonisten, Epikuräer & Co.

Über das Glück ist in den letzten 3.000 Jahren der Menschheitsgeschichte sehr viel Weises geschrieben worden. Aber warum hilft uns das heute so wenig weiter? Die Antwort: Die Maßstäbe von damals sind in unserer modernen Gesellschaft einfach aus der Zeit gefallen! Ob Hedonisten oder Epikuräer, ob Aristoteles, Sokrates oder Platon: Was die Philosophen der Antike gedacht haben, ist mit Ansprüchen an eine Moral versehen, die nicht mehr zeitgemäß ist. Platon zufolge müsse man sich erst von seinem Körper befreien und Gottnähe erlangen, um das Glück finden zu können. Wie soll das konkret vonstattengehen? Dasselbe gilt vielfach auch für die Weltreligionen. Das Prinzip des „Nirvana“, also das Ansteuern des Nichts, korrespondiert nicht unbedingt mit dem westlichen Verlangen nach Fülle und Erfüllung.

Das sind nur zwei Beispiele von vielen Maßstäben, die in der heutigen individualistischen westlichen Gesellschaft in dieser Form so nicht mehr gelten oder „ziehen“. Das Glück findet man heute auf anderen Wegen und nicht auf Basis althergebrachter Theorien und Dogmen. Wir müssen daher das Gute dieser Theorien bewahren, auf unsere Gegenwart hin übersetzen und durch zeitgemäße Gedanken ergänzen. Was bis heute Bestand hat, ist die aristotelische Erkenntnis, dass Glück das höchste Gut im Leben eines Menschen ist oder sein sollte.

Zwischen Fortuna und Felicita – um welches „Glück“ geht es wirklich?

Wenn wir uns dem Thema „Glück“ sprachlich nähern, fällt auf: Es gibt im Deutschen keine Unterscheidung zwischen Glück und Glücklichsein. Ist das Zufall oder ein Zeichen? Auf jeden Fall sind wir Deutschen nicht gerade die entspannteste Nation und nach wie vor eine der am härtesten arbeitenden Volkswirtschaften weltweit.

Im englischen Sprachraum haben die Menschen weniger Probleme, das richtige Glück auf sprachliche Weise zu finden. Die englische Sprache trennt klar zwischen „lucky“ (Glück haben) und happy (glücklich sein). Die Italiener kennen den Begriff „Fortuna“ für Glück und „Felicita“ für Glücklichsein. Was aber ist im Deutschen die Lösung? In der deutschen Glücksforschung spricht man bei „Glück haben“ von Zufallsglück und bei „Glücklichsein“ von einem Glücksmoment oder einem Glückszustand. Oder, was deutlich treffender und umfassender ist, von Lebensglück!

Lebensglück statt Augenblicksglück

Wenn wir hier über „Glück“ reden, ist ausdrücklich nicht Zufallsglück (im Sinne von zufällig Glück haben), sondern der Glückszustand oder das Lebensglück (im Sinne von glücklich sein) gemeint. Womit wir beim ersten Punkt wären: Nach dem heutigen Verständnis von Glück strebt der Mensch nicht, wie in der Antike, nach hedonistischen Glücksmomenten. Oder nach tugendhaften Glückszuständen. Oder nach überpersönlichen Glücksfragen im Rahmen einer „Staatskunst“. Letzteres wurde von Aristoteles in der Nikomachischen Ethik aufgeworfen, von Thomas Jefferson in der „Bill of Rights“ aufgegriffen und im Staate Bhutan in Form des „Bruttonationalglücks“ mit einer Staatsräson versehen.

Nach dem aktuellen Stand der Glücksforschung geht es zunächst darum, ein glückliches Leben zu führen, und zwar so, wie es unseren jeweiligen individuellen Lebenswünschen entspricht. Dafür wird oft der Begriff „Lebensglück“ verwendet. Dieser bezieht sich nicht nur auf Glücksmomente oder Glückszustände, da diese nur kurz und flüchtig sein könnten wie bei einem Drogenrausch. Lebensglück umfasst einen längeren, wenn möglich lebenslangen Zeitraum. Außerdem deckt „Lebensglück“ die Tatsache ab, dass sich kein Mensch in einem immerwährenden Glückszustand befinden kann. Diese absolute Anforderung an das Glück wäre unrealistisch. Lebensglück trägt der Tatsache Rechnung, dass es neben glücklichen auch leidvolle Momente geben kann und schwere Tage oder Phasen.

Ein Beispiel für den Unterschied zwischen der Forderung nach einem permanenten Glückszustand und Lebensglück liefert die frühe Periode der Elternschaft. Für viele Menschen ist dies eine entscheidende Phase für die Frage nach dem Lebensglück – auch wenn die ersten Monate mit einem Säugling sehr anstrengend verlaufen können. Entspannte Momente des Glücks sind in der Zeit des Stillens und der Schlaflosigkeit rar gesät. Solche Phasen der Investition können anstrengend sein, lohnen sich aber und müssen geleistet werden, um die nötige Grundlage für das (spätere) Lebensglück zu schaffen. Ebenso kann eine Altersvorsorge als Schaffung einer finanziellen Grundlage für ein glückliches Leben in der Rentenzeit angesehen werden. Auch wenn dadurch jeden Monat einige hundert Euro für Glücksaktivitäten nicht zur Verfügung stehen.

Beim Lebensglück geht es darum, sich einen Rahmen zu schaffen, in welchem das Erleben von Glücksmomenten und Glückszuständen am besten möglich ist. So gesehen, bezieht sich Lebensglück weder auf einen Augenblick noch auf einen Dauerzustand. Es bedeutet, in bestimmten Phasen des Lebens die richtigen Entscheidungen zu treffen und die nötigen Aktivitäten an den Tag zu legen, um das Glück entweder finden oder genießen zu können.

Wie findet man sein Glück im Leben?

Sein Glück im Leben zu finden ist nicht einfach und man erreicht es weniger durch Nachdenken, sondern vor allem durch Fühlen, Wünschen, Sehnen und Genießen. Sei es, indem man in sich hineinhört und spürt, was man braucht, um darauf zusteuern zu können. Sei es, indem man durch eine hohe Achtsamkeit und Dankbarkeit die Fähigkeit steigert, glückliche Momente und Zustände zu suchen, zu finden und auch zu genießen. Jeder Mensch hat eine innere Mitte, einen Wesenskern, den er "befragen" kann. Dieser spürt, was gut für ihn ist und was nicht, wenn man ihn richtig „anzapft“. Und zwar entweder auf einen Moment bezogen oder absolut auf das ganze Leben bezogen. Wir müssen von daher nicht rational alles über das Glücklichsein „wissen“. Aber wir sollten die Fähigkeit kultivieren, zu fühlen, was uns glücklich macht. Wir müssen unsere Herzenswünsche ergründen – und auf die innere Stimme hören. Mehr ist es nicht. Und doch kann das so viel im Leben ausmachen!

Auf direktem Weg zum Glück – oder auf Umwegen

Es kann sein, dass der Weg zum Lebensglück über Umwege führt. Etwa, indem wir, wie Studenten, viel Disziplin benötigen, um harte Lernperioden zu überstehen: Phasen, in denen wir ins Glück investieren müssen, ohne es sofort auskosten zu können. Oder Phasen, in denen wir uns in den Dienst einer Aufgabe stellen, die über uns selbst hinausweist, und nach großen Visionen in Form von Erfolgen streben. Werner von Braun träumte von der Landung auf dem Mond. Nelson Mandela träumte von einem Leben ohne Apartheid. Gandhi träumte von einem Leben in göttlicher Wahrheit in einem von der britischen Kolonialherrschaft befreiten Indien. Albert Einsteins Vision war, eine Formel zu entwickeln, die helfen würde, die Welt zu erklären. Und so weiter. Diese Menschen haben ihr Leben einer Aufgabe gewidmet und nicht eher losgelassen, bis ihre Ziele erreicht waren. Sie konnten nicht eher ruhen, bis ihre Lebensaufgabe erfüllt war.

Es muss aber auch nicht ganz so hoch aufgehängt sein. Viele Spitzensportler, Politiker, Künstler, Wissenschaftler oder Unternehmer, stellen ihr Lebensglück erst einmal hintenan. Sie "opfern" es auf dem „Altar“ des Erfolgs, bevor sie, oft erst nach Jahrzehnten, kürzertreten und das Lebensglück stärker in den Mittelpunkt stellen. Manche führen dann ein Leben in einer ausgewogeneren Work Life Balance, zwar noch mit einer unternehmerischen Tätigkeit, aber nicht mehr mit dem beruflichen Leistungspensum früherer Zeiten. Agnetha, das blonde A von Abba, zog der Fortsetzung ihrer erfolgreichen Karriere ihr Lebensglück vor, nachdem sie erkannt hatte, dass sie als junge Mutter nicht länger mit Abba auf Welttourneen gehen will, sondern mehr von ihren Kindern haben möchte.

Der Mensch ist frei geboren – auch beim Glück

Immer wieder wird in der modernen Glückforschung auf die Fähigkeit des Menschen hingewiesen, freie Entscheidungen treffen und Dinge verschieden bewerten zu können. Für den einen ist das Glas halb leer, für den anderen halb voll. Wer eher zu Depressionen und zu Pessimismus neigt, für den dürfte es schwerer sein, in einen Glückszustand zu kommen als für einen hoffnungsvollen Optimisten. Achtsamkeit und Dankbarkeit können deshalb mächtige Hebel sein, um glücklich zu werden und vielen Ereignissen im Leben positive Seiten abgewinnen zu können. Wichtig ist dabei Folgendes: Anders als bei der Eigenleistung beim Hausbau sollte man die Eigenleistung rund ums Glücklichsein nicht überstrapazieren. Man sollte nicht durch übertriebene Autosuggestionen in einen künstlichen Glücksrausch geraten wollen, sondern konsequenter auf ein substanzielles Glücklichsein hinarbeiten: durch die richtigen Entscheidungen, die man trifft, die Menschen und Dinge, mit denen man sich umgibt und durch das Leben, das man führt.

Abschließende Betrachtung

Jeder Mensch trifft (s) eine Entscheidung, ob er sein Leben dem Erfolg widmen, in eine Work Life Balance kommen oder sich ganz auf sein privates Glück konzentrieren möchte. Oft hängt es auch einfach von der Lebensphase ab, in der man sich befindet, sowie den Möglichkeiten, die man hat. Und manchmal sind es auch Mischformen aus allem! SUCCESS INSPIRATIONS sammelt Gedanken zum Thema Lebensglück, vermittelt Anregungen zum Glücklichsein und gibt Querverweise auf Erfolg und Work Life Balance. Lassen Sie sich inspirieren.

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