Was ist ein Erfolgsrezept? Gibt es ein Rezept für den Erfolg?  

Was ist ein Erfolgsrezept? Gibt es ein Rezept für den Erfolg?  

Was ist ein Erfolgsrezept? Gibt es ein Rezept für den Erfolg?

Was ist ein Erfolgsrezept? Gibt es Erfolgsrezepte, die Erfolg versprechen oder garantieren? Dieser Beitrag ermittelt die richtigen Zutaten und Antworten

Erfolgsrezept, das (Substantiv Neutrum), plural: Erfolgsrezepte

Ein „Erfolgsrezept“ ist mehr als ein einzelner Erfolgstipp. Es setzt sich aus verschiedenen „Zutaten“ zusammen. Der Duden definiert „Erfolgsrezept“ als: „Verfahrensweise, die immer wieder zum Erfolg führt.“ Ähnlich klingt die Definition von DWDS (Digitales Wörterbuch der Deutschen Sprache): „ein wiederholt angewendetes Verfahren, das bisher stets zum Erfolg geführt hat.“ Für das Online-Wörterbuch „Wortbedeutung.Info“ ist es „ein optimales Konzept, um einen Erfolg zu erzielen.“

Wie aber sieht ein solches „Konzept“ konkret aus? Und: Kommt man damit tatsächlich zum Erfolg? Die Wörterbücher setzen das voraus. DWDS zufolge ist ein Erfolgsrezept „ein Rezept, das Erfolg garantiert.“ Garantierter Erfolg auf Rezept? SUCCESS INSPIRATIONS geht der Sache nach … 

Typische Verwendungsformen des Begriffs „Erfolgsrezept“

  • „Kontinuierliche Verbesserungen: So funktioniert das japanische «Kaizen» in der täglichen Praxis. (…) Kann das japanische Erfolgsrezept «Kaizen» die Schweizer Wirtschaft wirklich unterstützen?“ (Aus weka.ch Artikel von Oliver Mattmann)
  • „OKR – Googles Erfolgsrezept einfach erklärt. Objectives & Key Results ermöglichen rasantes Wachstum mit konsequenter Zielverfolgung.“ (Aus computerwoche.de von Florian Michalik)  
  • „Rangnicks Erfolgsrezept: Konzept, Kompetenz und Kapital. (…) «Kapital ist schnell mal vorhanden, meistens scheitert es an den anderen zwei“, hat Rangnick vor ein paar Monaten dem Red Bull Bulletin erzählt.“ (Aus Spox.com, Artikel von Stefan Rommel)  
  • „Mein Erfolgsrezept? Früh aufstehen, lange arbeiten, auf Öl stoßen.“ Jean Paul Getty

Was bedeutet das Wort „Erfolgsrezept“: zusammengesetzt aus „Erfolg“ und „Rezept“?

„Erfolgsrezept“ setzt sich aus den Wörtern „Erfolg“ und „Rezept“ zusammen. Der Schwerpunkt liegt auf dem Begriff „Rezept“ = eine „Zutatenliste“ oder Kurzanleitung zur Zubereitung von Gerichten oder Arzneien. „Rezept“ wird im übertragenen Sinne verwendet. Das heißt: Bezogen auf Erfolg ist ein „Erfolgsrezept“ eine kurze Auflistung von Faktoren, die zusammengenommen für den Erfolg wesentlich sind, mit anderen Worten: eine Zutatenliste zur „Zubereitung“ eines Erfolgs.

Es erinnert ein wenig an das berühmt gewordene „Man nehme:“ aus Rezepttexten. Ein Erfolgsrezept ist demnach eine Kombination aus verschiedenen Begriffen (Erfolgsfaktoren), die übersichtlich und markant zusammengefasst werden. Oft auch mit Abkürzungen. Wie bei „Objektives & Key Results = OKR.“

Am einprägsamsten hat der Unternehmer und Motivations-Trainer Jim Rohn auf den Punkt gebracht, was ein Erfolgsrezept ist, indem er augenzwinkernd formulierte: „Erfolgsrezept: 2 Tassen Glaube, 2 Tassen Liebe, 1 Tasse harte Arbeit, 1 Tasse Beharrlichkeit, 1 EL Vision und eine Prise Prahlerei.“

Wenn man die Verwendung von „Erfolgsrezepten“ im täglichen Sprachgebrauch betrachtet, fällt auf: ein „Verfahren“ (wie einige Wörterbücher definieren) wird zum Erfolgsrezept in der Regel nicht mitgeliefert. Bei einem Kochrezept mag das der Fall sein. Dort wird neben der Zutatenliste auch eine Handlungsanleitung mitgeliefert.

Beim „Erfolgsrezept“ geht es eher um die „Liste“. Die Anleitung zum Gebrauch der Zutaten fehlt in der Praxis, wie auch die oben angeführten Beispiele belegen. Mehr dazu, wenn es um die Abgrenzung zu „Erfolgsmethode“ und „Erfolgsstrategie“ geht.

Erfolg auf Rezept? Gibt es wirklich ein Rezept für den Erfolg?

Gibt es ein Rezept für den Erfolg oder „Erfolg auf Rezept“? Der Schriftsteller Erhard Blanck ist der Meinung: „Es gibt kein Erfolgsrezept. Es gibt nur den Erfolg.“ Auch Tom Caffrey äußert skeptisch: „Ein Erfolgsrezept gibt es nicht. Aber ein Misserfolgsrezept.“ Dennoch ist zu konstatieren: Es gibt Erfolgsrezepte und -methoden auf der Welt, die nachweislich über Jahre hinweg funktioniert haben.

Die Antwort auf die Ausgangsfrage ist: Es gibt keine Erfolgsrezepte, die sich auf alles anwenden lassen. Es gibt kein generelles Rezept für Erfolg und. Wohl aber gibt es Erfolgsrezepte, die auf bestimmten Gebieten funktionieren.   

Ob im Sport, der industriellen Produktion, im Projekt-Management, im Direkt-Marketing oder in der Systemgastronomie: Mit bestimmten Erfolgsrezepten kann man seine Leistung auf diesen Gebieten signifikant steigern und zum Erfolg kommen. 

Ein Beispiel: QSS & P. Mit diesem Erfolgsrezept ist McDonalds weltweit erfolgreich gewesen. Es bedeutet „Qualität, Service, Sauberkeit & Preiswürdigkeit.“ Diese Kombination der Leistungs-Erbringung sorgte für international einheitliche Standards und funktionierte im Mittleren Westen der USA ebenso wie in Mitteleuropa oder in Asien. Es beschrieb offentlichtlich genau, was die Kunden im Fast Food Bereich wollten.

Allerdings halten auch diese Erfolgsrezepte nicht ewig und können daher nicht Erfolgsgesetze genannt werden. Sie werden von Wettbewerbern entschlüsselt oder von der Zeit überholt. Dann wirken sie nicht mehr wie früher und man muss sich gegebenenfalls nach etwas anderem umsehen, um zum Erfolg zu kommen.

Das heißt: Es gibt Erfolgsrezepte, die in einem bestimmten Zeitfenster der Geschichte im Rahmen bestimmter Gebiete auf ähnliche Fälle übertragbar sind. Bedauerlicherweise lassen sie sich auf andere Branchen oder Fälle in der Regel nicht anwenden – oder nur in eingeschränkter Form. Ein generelles Erfolgsrezept kann daraus nicht abgeleitet werden.  

Abgrenzung zu anderen Begriffen wie „Erfolgskonzept“, „Erfolgsmethode“ und „Erfolgsstrategie“

Der Unterschied zu dem Begriff „Erfolgskonzept“ ist leicht erklärt: ein Erfolgskonzept ist nicht (oder nicht unbedingt) zur Nachahmung empfohlen. Bei einem Erfolgsrezept dagegen wird eine Wiederholbarkeit unterstellt und postuliert: Wenn man X und Y anwendet oder tut, wird im Ergebnis ein Erfolg erreicht.

Damit überschneidet sich das „Erfolgsrezept“ mit den Wortschöpfungen „Erfolgsmethode“ oder „Erfolgsstrategie“. Die Bezeichnung „Wortschöpfungen“ ist hier bewusst gewählt, denn in den meisten Wörterbüchern werden die beiden letztgenannten Begriffe gar nicht geführt. Dennoch existieren sie in unserem Sprachgebrauch. Es gibt Bücher, die diese Begriffe sogar im Titel enthalten und jede Menge Blogbeiträge dazu.

Der Unterschied zu einer Erfolgsmethode oder -strategie: ein Erfolgsrezept ist einfacher – und kürzer formuliert. Eine Erfolgsmethode oder Erfolgsstrategie haben mehr den Charakter von Wissenschaftlichkeit oder detaillierter Anleitung und Planung. Sie legen den Schwerpunkt mehr auf die „Verfahrensweise“, die zum Erfolg führt.

Die japanische Aufräum-Expertin Marie Kondo hat ihre Methode für erfolgreiches Aufräumen daher „Kon Mari Methode“ genannt. Sie besteht aus verschiedenen Kategorien und mehreren Schritten, die am besten in einer genau einzuhaltenden Reihenfolge ausgeführt werden sollen. Eine Erfolgsmethode ist nicht einfach mit einem Satz oder ein paar Schlagworten erklärt. Jedenfalls nicht, wenn sie korrekt und wirksam angewendet werden soll. Deshalb ist die „Kon Mari Methode“ eine Erfolgsmethode und kein „Erfolgsrezept.

„Erfolgsrezept“, „Erfolgsmethode“ und „Erfolgsstrategie“ werden oft synonym verwendet.

Im alltäglichen Sprachgebrauch wird oft nicht präzise zwischen Erfolgsrezept, -methode oder -strategie unterschieden. So werden manchmal auch komplexe Erfolgsmethoden oder -strategien als Erfolgsrezepte bezeichnet. Eine klassische Erfolgsmethode, die gerne im Sprachgebrauch vereinfacht als „Erfolgsrezept“ bezeichnet wird, ist das „Kaizen“ der japanischen Industrie. Dicke Bücher wurden damit gefüllt. Noch heute werden umfangreiche Seminare angeboten, um Manager in den Kaizen-Methoden auszubilden.

Dennoch wird das japanische Kaizen, unter anderem in den Medien, oft auch „Erfolgsrezept“ genannt. Allerdings nicht in aller Tiefe, sondern in verkürzter Form. So gesehen kann ein „Erfolgsrezept“ eine kurze, vereinfachte Darstellung einer „Erfolgsmethode“ sein. Masaaki Imai, Begründer des „Kaizen Instituts“, hat Kaizen als Erfolgsrezept wie folgt beschrieben:

„Kaizen bedeutet tägliche Verbesserung – jeder Tag ist eine Herausforderung, einen besseren Weg zu finden, Dinge zu tun. Das erfordert ein hohes Maß an Selbstdisziplin und Engagement.“

Kaizen ist damit, als Erfolgsrezept formuliert: „Der Wille zur Verbesserung + Selbstdisziplin + Engagement.“ Das Erfolgsrezept bringt in kurzer Form auf den Punkt, worum es bei der Erfolgsmethode insgesamt geht. Erfolgsmethoden werden daher, wenn das möglich ist, in kurzen Schlagworten auf einfach verständliche „Erfolgsrezepte“ heruntergebrochen, da man sie unmöglich in Gänze übersichtlich darstellen kann.

Ist bei einem Erfolgsrezept der Erfolg tatsächlich „garantiert“?

Erfolgsrezepte können funktionieren, müssen es aber nicht. Es kann immer sein, dass Erfolgsrezepte von der Zeit überholt, von einem Wettbewerber entschlüsselt oder falsch angewendet werden. Hier von einer „Garantie“ zu sprechen, wie manche Wörterbücher das tun („ein Rezept, das Erfolg garantiert) ist so nicht haltbar. Vielleicht kann man sagen, dass ein Erfolgsrezept Erfolg verspricht. Denn immerhin handelt es sich hier um eine Empfehlung, die schon einmal oder öfters funktioniert hat Erfolgsrezepte eigenen sich zum Beispiel gut für Franchise-Unternehmen oder Unternehmen allgemein, die über Regeln einheitliche Standards schaffen wollen.  

Wichtig: Die Umsetzung eines Erfolgsrezepts erfordert Disziplin. Es geht darum, Wegen zu folgen, die andere schon gegangen sind. Dann aber kann ein Erfolgsrezept helfen, eine Erfolgsgeschichte zu wiederholen und so den eigenen Traum vom Erfolg wahr werden zu lassen.

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