Erfolg vs. Charakter: Passt der Charakter zum Erfolgsgebiet?

Erfolg vs. Charakter: Passt der Charakter zum Erfolgsgebiet?

Erfolg vs. Charakter: Passt der Charakter zum Erfolgsgebiet?

written by CHRISTIAN BORN

In „Die Attribute des Erfolgs“ beschreibt der ehemalige Neavy Seal Ausbilder Diviney Rich „25 geheime Faktoren für herausragende Leistung“, die sonst eher unter dem Radar der gängigen Erfolgsratgeber bleiben.

Die Rede ist von Charakter-Eigenschaften.

Fähigkeiten sind einfach trainierbar, Charakter-Eigenschaften eher schwer veränderbar. Oder gar nicht! Die Personalabteilungen der Navy rekrutieren deshalb stärker nach Charakter.

Inzwischen gehen auch Firmen und Personal Coaches dazu über, Bewerber und Führungskräfte mit Persönlichkeitstests auf Charakter-Eigenschaften zu analysieren. Das kann hier aber nicht vertieft werden.

Manche Firmen rekrutieren heute Kandidaten, deren Charakterstärken zu den geforderten Herausforderungen passen LIEBER als „High Potenzials“ mit super Uni-Abschlüssen, hohen IQs oder perfekten Lebensläufen.

Charakter-Eigenschaften sind zum Beispiel

  • Lernfähigkeit
  • Aufgeschlossenheit
  • Anpassungsfähigkeit
  • Durchhaltevermögen
  • Authentizität
  • Selbstlosigkeit
  • Verantwortungsbewusstsein
  • Gewissenhaftigkeit
  • Und viele mehr …

Charakter-Eigenschaften sind keine Talente für bestimmte Fähigkeiten. Sie sind Talente, die weit größere Auswirkungen haben und sich auf mehrere Fähigkeiten sowie die gesamte Performance fundamental auswirken.

Immer mehr Organisationen suchen Leute, die sich gerne Herausforderungen stellen, unter Druck nicht einknicken, auch in schwierigen Situationen zuverlässig sind und Verantwortung übernehmen – für sich selbst und andere Teammitglieder.

In Wettkampf-, Stress- oder Extremsituationen geht es nicht nur darum, was man kann, sondern auch darum, wer man ist. Charakter-Eigenschaften können für Erfolgsprojekte daher nützlich sein.

Das heißt: Wer an sich selbst keine besonderen Fähigkeiten oder Skills entdeckt, sollte mal in seinem Charakter nachforschen: Oft steckt mehr Erfolgspotenzial in uns, als wir glauben!

Passt das Charakterprofil zum Profil des Erfolgsgebiets?

Charakter-Eigenschaften sind auch wichtig für die SELBSTEINSCHÄTZUNG. Stellen Sie sich die Frage: Habe ich die passenden Charaktereigenschaften für das jeweilige Erfolgsgebiet?

Gegen manche Eigenschaften kann man etwas tun

  • Wer als Chef nicht authentisch führt, kann etwas dagegen tun.
  • Wer ein Problem mit seiner alltäglichen Ehrlichkeit hat, kann etwas dagegen tun.
  • Wer ein statisches Selbstbild hat und Probleme hat, zu lernen oder etwas zu verändern, kann etwas dagegen tun.
  • Wer unter Druck „flattert“, kann etwas dagegen tun.

Aber genauso gilt: Nicht gegen alles sollte man tatsächlich aktiv angehen!

  • Wer ein Narzisst ist, sollte den Erfolg nicht unbedingt dort suchen, wo Empathie und Selbstlosigkeit wichtig sind.
  • Wer klare Strukturen braucht und ein hohes Sicherheitsbedürfnis hat, sollte sich eher nicht selbstständig machen.
  • Wer keine natürliche Autorität hat, sollte eher nicht versuchen, Führungskraft zu werden.
  • Wer ein Problem mit Druck hat, sollte nicht unbedingt Aufgaben mit permanenten oder gar extremen Drucksituationen ergreifen.

Der passende Charakter oder die Anpassung des Charakters kann über Sieg oder Niederlage im „Erfolgsrennen“ entscheiden.

Wie man seine Erfolgs-Chancen gezielt verbessert

Sie haben erkannt, dass bestimmte Züge Ihres Charakters voll auf das Erfolgsprofil passen? Dann herzlichen Glückwunsch. Aber:

Was tun Sie, wenn Sie feststellen, dass etwas nicht perfekt passt?

Leichte Korrekturen sind, wie oben schon beschrieben, kein größeres Problem.

Da Charakter-Eigenschaften oft nur schwer veränderlich sind, und in bestimmten Fällen gar nicht, gibt es vier Empfehlungen:

1 Schauen, wie man mit seinen Charakterzügen dennoch Erfolg haben kann

Gefahr erkannt, Gefahr gebannt: Wer sagt, dass man bestimmte Charakterzüge auf bestimmten Gebieten unbedingt benötigt.

Bitte nicht falsch verstehen: Man kann die Situation nicht ignorieren, aussitzen oder unversorgt lassen. Das ist die Wurzel allen Misserfolgs. Aber man könnte aus der Not eine Tugend machen.

Eine Mitarbeiterin fühlte sich in einer Inkassofirma unwohl, weil ihr die Schuldner leidtaten und sie nicht mit ihnen hart umgehen oder sie unter Druck setzen wollte.

Als sie ihr eigenes Inkassobüro gründete, teste sie, wie es läuft, wenn man mit den Schuldnern verständigungsorientiert umgeht. Und siehe da – es funktionierte auch auf diese Weise!

Man kann bestimmte Dinge auch ohne die gefragten Charakterzüge lösen. Dafür muss man die Funktionen so verändern, dass der Charakterzug nicht mehr oder nicht mehr in hohem Maß gefordert wird.

Das funktioniert nicht immer – aber man kann es probieren. Es ist eine Option.

2 Das Erfolgsgebiet authentisch angehen und sich nicht verbiegen

Wer weiß, dass er keinen autoritären Führungsstil umsetzen kann, könnte (s)einen kooperativen Führungsstil so ausprägen, dass er die autoritären Funktionen ersetzt.

Eine offene Feedbackkultur und Kontrolle zwischen den Mitarbeitern selbst könnten diese Schwäche kompensieren – und zu einer Stärke machen.

Keinesfalls jedoch sollten Sie versuchen, sich zu verbiegen – und etwas zu verkörpern, das Sie gar nicht sind. So etwas geht in der Regel furchtbar schief.

3 Im Zweifel das Erfolgsgebiet auf den Charakter einstellen – nicht umgekehrt

Im Zweifel das Erfolgsgebiet auf den Charakter einstellen. Oder, sollte das nicht möglich sein im schlimmsten Fall: das Erfolgsgebiet ändern oder eine NISCHE suchen.

Aus diesem Ansatz heraus sind schon oft neuartige Erfolgsmodelle und Geschäftsmodelle entstanden.

Die Autistin Temple Grandin hatte eine etwas andere Sicht auf die Welt und wählte daher Studienfächer, bei denen sie diese andere Sicht einbringen konnte: Psychologie und Tierzuchtwissenschaft.

Als Autistin hatte sie einen besonderen Draht und anderen Zugang zu Tieren. Ihr Lebenswerk bestand darin, die Bedingungen und Richtlinien für die Rinder- und Schweinehaltung aus Sicht der Tiere zu revolutionieren.

4 Ansonsten: Delegieren!

Bill Gates ist ein genialer Visionär und ein großartiger „Machertyp“. In den ersten Jahren hat er jede Codezeile von Windows persönlich korrigiert und überwacht.

Aber er hat erkannt, dass aus ihm nie ein genialer „Managertyp“ werden würde. Also hat er sich Steve Ballmer ins Haus geholt.

Wenn eine Schwimmerin den Ärmelkanal überqueren oder um die ganze Welt schwimmen möchte, managt sie das Projekt nicht von A bis Z selbst. Auch Stars haben einen Manager, der ihnen den Rücken freihält.

Wenn Sie eine wichtige Funktion im Rahmen des Erfolgsprojekt nicht selbst abdecken können, müssen Sie delegieren oder extern jemanden finden, der das übernimmt.

Lassen Sie die Funktion aber nicht brach liegen!

Lassen Sie nicht zu, dass eine Schwäche eine Lücke in Ihr Erfolgsgefüge reißt – und den ganzen Erfolg am Ende gefährdet!

Fazit: Es gibt keinen „Erfolgscharakter“, der generell für alles funktioniert. Der richtige Erfolgscharakter ist immer der, der am besten zur Aufgabe passt. Oder die Aufgabe am besten an SICH anpasst!

Jetzt sind Sie im Zug. Egal, wie es um Ihren Charakter steht – jetzt ist Stärke gefragt. Handeln Sie

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Diese Formulierung stammt aus dem Bestseller „Keine Regeln“ über Netflix. Dort ist Feedback Teil der Firmenkultur und der Verbesserungs-Prozesse. Es bedeutet: „Mit positiver Grundhaltung aussprechen, was man wirklich denkt und anderen real ins Gesicht sagen könnte.“ Na, dann los …

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