Erfolgsfaktor Querdenken: Hannibals Alpen-Elefanten

Erfolgsfaktor Querdenken: Hannibals Alpen-Elefanten

Erfolgsfaktor Querdenken: Hannibals Alpen-Elefanten

Mindets kreativ durch Querdenken zu überwinden, ist ein wichtiger Erfolgsfaktor. Geht es doch bei Erfolgen oft darum, das Unmögliche möglich zu machen

Elefanten als Gemsen? Manchmal muss man Grenzen überschreiten und dabei besondere Wege und Manöver wählen, die scheinbar unmöglich sind. 218 v. Chr. sah sich der karthagische Heerführer Hannibal gezwungen, einem Angriff der Römer durch einen Gegenangriff zuvorzukommen. Die Römer bekamen davon Wind und verlegten alle Truppen an das Rhone-Tal bei Marseilles. Dort musste Hannibal, so dachten sie, hundertprozentig landen. Denn über die Alpen konnte er unmöglich kommen. Von wegen!

Erfolgsfaktor Querdenken: The Sky is The Limit

Kaum eine militärische Leistung begeistert die Menschen so sehr wie Hannibals Überquerung der Alpen mit seinen Kampf-Elefanten. Mit vielen Tausend Soldaten, Pferden und eben jenen Elefanten hat sich Hannibals Armee 218 v. Chr. in den Rücken der Römer geschlichen. Diese erwarteten von dort nicht im Traum eine Gefahr. Was für eine Fehleinschätzung!

Das Unmögliche möglich machen

Hannibals außergewöhnliche Route ist ein Beispiel dafür, wie man grandiose Siege erringen kann, wenn man sich etwas Besonderes einfallen lässt. Auch wenn das bedeutet, mit Elefanten über die Alpen zu kraxeln. Was heißt das nun für Sie, wenn Sie in einer taktischen Zwickmühle stecken?

Halten Sie gezielt Ausschau nach scheinbar unmöglichen Manövern oder nach unverbrüchlichen Stärken des Gegners! Denn dort treffen Sie unter Garantie den wunden Punkt. So komisch das klingt: Es gibt nichts Besseres als einen Gegner mit einem Panzer, den er für  „undurchdringbar“ hält! Denn dort erwartet der Gegner auf keinen Fall einen Angriff.

Das Unerwartete tun

Warum diese Taktik praktisch immer funktioniert, ist ein Problem der Konstruktion des Menschen. Wenn unsere Vernunft von Fakten unverrückbar überzeugt ist, schaltet sie unseren Verstand auf Autopilot und jede Vorsicht aus. So nimmt die Katastrophe ihren Lauf.

Die Titanic galt als unsinkbar, sank aber bereits bei ihrer Jungfernfahrt. Um ein Volllaufen des Schiffes zu verhindern, war der Rumpf in 16 Kammern unterteilt, die durch Schotts voneinander getrennt werden konnten. Physiker haben ausgerechnet, dass die Titanic auch bei einer Überflutung von 5 Kammern nicht hätte untergehen können.

„Gott selbst könnte dieses Schiff nicht versenken!“ rief der Kapitän im Jahre 1911. Doch der Eisberg, der das Schiff bei seiner Jungfernfahrt am 14. April 1912 seitlich aufschlitzte, machte der Mär von der Unsinkbarkeit einen Strich durch die Rechnung. Nur wer das Unerwartete erwartet, ist gegen alles gewappnet.

Die Dinge außer Kraft setzen

1989 dachte jeder, die Berliner Mauer hält noch 100 Jahre. 1977 dachte man noch, einen Achttausender könne man unmöglich ohne Sauerstoffmaske besteigen. Alles das gilt solange, bis jemand oder ein Ereignis kommt und das „Unmögliche“ ganz einfach außer Kraft setzt.

Wir alle tragen so viel Zement in unserem Kopf herum, das wir gar nicht glauben, wie wenig Dinge es auf dieser Erde gibt, die wirklich zementiert sind. Der Mensch kann sogar Naturgesetze außer Kraft setzen und sich mit einer Glocke tagelang unter Wasser bewegen. Warum also sollte man mit einem Heer und ein paar Elefanten nicht über die Alpen klettern können?

Die „neuralgischen Punkte“ entdecken

Im Falle einer unmöglichen Herausforderung ist eines zu tun: Man muss sich überlegen, wie es trotzdem geht! Schon in der griechischen Mythologie wurde der als unverwundbar geltende Halbgott Achilles von seinem Gegner an der einzig verwundbaren Stelle getroffen: der Verse. Man sollte also stets bei einem Gegner die Achillesverse suchen.

Auch in der Nibelungensage wurde Siegfrieds Körper durch ein Bad in Drachenblut „unverwundbar“ gemacht. Nur ein Lindenblatt, das ihm auf den Rücken gefallen war, bot eine Angriffsstelle, die sein Widersacher Hagen ausnutzte. Man mache also im Vorfeld seine Hausaufgaben.

Bringen Sie über ihren Gegner die nötigen Informationen in Erfahrung, kundschaften Sie das Umfeld aus. Die Meisterdiebe machen es vor. Sie finden heraus, wo sich in der Sicherheitskette das schwächste Glied befindet. Wenn es vorne nicht durch die Panzertür geht, weil der Wunderstahl als „unüberwindbar“ gilt, kommen sie hinten durch die Wand!

Grenzen überwinden, indem man sie umgeht

Auch die Kriegsmaschinerie der Nazis hätte 1940 im Frankreichfeldzug nicht den blitzkriegartigen Erfolg gehabt, wenn sie versucht hätte, die sogenannte Marginot-Linie anzugreifen. Die nach dem gleichnamigen General benannte Verteidigungslinie war ein 1.000 Kilometer langes, aus Bunkern und Festungen bestehendes Bollwerk mit Geschützen, das mit Tunneln und Schienen verbunden war und als „unüberwindbar“ galt.

Wie Hannibal einst suchten die deutschen Generäle einen Weg, mit dem der Gegner nicht rechnete: Zwar kamen Sie nicht mit Elefanten über die Alpen, aber immerhin mit Panzern durch die Ardennen, einem außerordentlich bewaldeten und schwer zugänglichen Bergland zwischen Belgien, Frankreich und Luxemburg.

Ohne die Marginot-Linie und das damit verbundene Gefühl der Sicherheit auf Seiten der französischen Armee wäre dieser schnelle historische Sieg wohl nicht möglich gewesen. So komisch das klingt: Sie verloren auch deshalb, weil sie sich durch ihr Bollwerk im Süden und die Wald- und Gebirgssperre im Norden sicher fühlten. Zu sicher!

Warum verrückte Ideen manchmal vernünftiger sind

Bis heute gilt Hannibals Schachzug, mit Elefanten über 2.000 Meter hohe Gebirgspässe zu klettern, als logistische Meisterleistung, aber auch als Wahnsinntat. Nicht vergessen sollte man die Opfer, die diese ungewöhnliche Maßnahme gekostet hat. Vielen Soldaten und Tieren wurde der ungewohnte „Almauftrieb“ mit dem unberechenbaren Klima zum Verhängnis. Am Ende steht jedoch der Erfolg: Hannibals Truppen haben italienischen Boden betreten und die Römer über Jahre das Fürchten gelehrt. Das hätten sie nicht geschafft, wenn sie wie erwartet bei Marseille eingelaufen wären.

Scheinbare „Unvernunft“ kann oft sehr rational sein!

Übrigens: War Hannibals alpine Wanderung wirklich eine Wahnsinnsunternehmung? Wäre es nicht viel verrückter gewesen, frontal bei Marseille auf die römischen Truppen zu treffen? Die Zahl der Opfer wäre hier wahrscheinlich deutlich höher gewesen! Es bringt also immer etwas, sich mit dem Unmöglichen im Vorfeld zu beschäftigen. Obwohl es gegen alle Vernunft zu sein scheint, ist es in der Regel doch das Rationalste, was man tun kann.

Tipp: Um zum Erfolg zu kommen, beziehen Sie bewusst Manöver mit ein, die als „unmöglich“ gelten. Lassen Sie sich nicht von vermeintlichen Grenzen, Gesetzen oder Naturgesetzen abschrecken. Suchen Sie Ihr Heil genau dort, wo Gegner es nicht vermuten. Dann stehen die Gegner auf dem falschen Fuß und Sie auf freiem Feld.

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