Erfolgs-Management: Konzentration aufs Wesentliche

Erfolgs-Management: Konzentration aufs Wesentliche

Erfolgs-Management: Konzentration aufs Wesentliche

written by CHRISTIAN BORN

Richard Koch hat in „Die Powergesetze des Erfolgs“ augenzwinkernd geschrieben:

Wirklich nötig bei der Erfindung der Relativitätstheorie war nur die Zeit, die Einstein gebraucht hat, um E = mc2 hinzuschreiben.

Auf dem Weg zum Ziel kann man sich die Reise entweder möglichst schwer machen, so dass man sich völlig verheddert – oder einfach. Erfolgsmanagement beginnt mit der Frage: „Was brauche ich wirklich dazu?“ Mit anderen Worten:

  • Nicht alle Dinge sind gleich wichtig.
  • Nicht alle Dinge sind gleich dringlich.
  • Nicht alle Dinge sind gleich nötig.

Erfolgsmanagement ist die Kunst des Einsparens und Priorisierens. Dafür gibt es folgende Regeln:

1 Aufs Wesentliche konzentrieren, um Zeit und Ressourcen zu sparen: das Pareto-Prinzip

Vilfredo Pareto hatte um 1900 festgestellt, dass so gut wie alles auf der Welt auf einem Prinzip der Ungleichverteilung beruht. 

  • 20 % aller Menschen besitzen 80 % aller Besitztümer
  • 20 % aller Ursachen sind für 80 % aller Qualitätsmängel verantwortlich
  • 20 % aller Motorteile sind für 80 % dessen Leistung essenziell
  • 20 % aller Kunden machen 80 % des Rohertrags aus

(Das Prinzip ist nicht immer gleich 80:20, es kann auch 90:10 oder 95:5 sein, wichtig dabei vor allem die Erkenntnis über die Ungleichverteilung!)

Das heißt: Nicht alle Dinge sind gleich wichtig! Manche Dinge sind sogar völlig unwichtig. Also weglassen und minimieren, was wenig zum Erfolg beiträgt, intensivieren und steigern, was viel dazu beiträgt:

Überlegen Sie: Was können Sie weglassen, einsparen, effektivieren

  • Weglassen: Lassen Sie Aktivitäten, Teile, Elemente oder Prozesse (was auch immer) weg, die nichts oder so gut wie gar nichts bringen
  • Einsparen: Sparen Sie Arbeiten, Zeiten und Ressourcen, die nur wenig Ergebnisse bringen
  • Effektivieren / steigern: Konzentrieren Sie sich auf wesentliche Dinge, machen Sie diese noch wirksamer und werden Sie dadurch effektiver!

Konzentrieren Sie sich auf das Wesentliche oder verbringen Sie damit mehr Zeit – lassen Sie alles Unwichtige weg oder minimieren Sie die Zeit dafür! Etwa durch gezieltes „Trial & Error“-Handeln.

2 Maximieren. Fokus verengen, das Wichtigste vom Wichtigen erkennen

Das Pareto-Prinzip besagt: Von 25 Ursachen sind für Qualitätsmängel immer im Wesentlichen stets 20 % verantwortlich. Das heiß, von 25 sind es 5 Ursachen.

Bleiben Sie bei diesen 5 Ursachen aber nicht stehen! Gehen Sie jetzt noch einen Schritt weiter! Wenden Sie das Prinzip nochmal an. Auch von den 5 Ursachen sind noch einmal 20 % wesentlicher als die übrigen 80 % = 1 Ursache.

Das heißt: Von 25 Ursachen ist immer EINE Ursache die Hauptursache. Die wichtigste Aufgabe besteht darin, diese zu finden und an ihr zu arbeiten.

Wer jeden Tag die hauptsächliche Ursache bearbeitet und danach die zweitwichtigste und danach die drittwichtigste, erzielt bessere und schnellere Erfolge als ein Manager, der alle Punkte gleichbehandelt.

Was dieses Vorgehen so effektiv macht;

Je mehr Sie sich auf die Hauptursache(n) konzentrieren, desto signifikanter verbessern sich Ihre Leistungen und Ergebnisse!

Räumen Sie jeden Tag der Hauptursache höchste Priorität ein, arbeiten Sie JEDEN Tag daran und verteidigen Sie die Zeit mit Zähnen und Klauen.

3 Powern. Dem Wichtigsten täglich den Weg frei machen und Speed holen!

Stephen R. Covey hat in seinem Weltbestseller „Die 7 Wege zur Effektivität“ zurecht gesagt:

  • In der Planung wird festgelegt, was das Wichtigste ist. Das bringt Klarheit.
  • Im Management wird festgelegt, was dafür dringlich und nötig ist. Das bringt Speed.

Das Problem ist, dass man im hektischen Management-Alltag über das Dringliche das Wichtige oft aus den Augen verliert! Auch wenn das im Zuge der Planung klar festgelegt wurde!

Um das zu vermeiden, empfiehlt sich laut Covey der Blick auf die 4-Quadranten-Matrix, auch bekannt als „Eisenhower-Methode“.

Die „Eisenhower-Matrix“

General Dwight D. Eisenhower pflegte alle Aktivitäten in 4 Quadranten einzuteilen:

  1. Quadrant: Wichtig und dringend
  2. Quadrant: Wichtig und nicht dringend
  3. Quadrant: Dringend und nicht wichtig
  4. Quadrant: Nicht dringend und nicht wichtig

Jeder wird zustimmen, dass die Hauptaufgabe darin liegt, den 1. Quadranten zu priorisieren. Das funktioniert in der Praxis auch gut.

Das Problem ist i. d. R., dass die Aufmerksamkeit vom 2. Quadranten abgelenkt wird auf Aktivitäten im 3. und 4. Quadranten. Man erledigt, was dringend oder leicht zu tun ist = Anrufe, Meetings, Post, Triviales.

Doch auf der Strecke bleibt alles, was wichtig und nicht dringend ist: Kursanpassungen, Entdeckung von Möglichkeiten, Identifizierung von Hebeln, Pflege wichtiger Kontakte, interne Beziehungsarbeit und so weiter.  

Widmen Sie jeden Tag dem 1. und 2. Quadranten Ihre Hauptaufmerksamkeit. Lassen sie nicht zu, dass unwichtige Dinge den 2. Quadranten von der Agenda verdrängen, nur weil dessen Punkte nicht als dringlich eingestuft werden!

4 Steigern. Etappen vom Ende her denken und für Progressionen sorgen!

Nur wer am Anfang das Ende und das Ende am Anfang im Blick hat, wird den richtigen Weg zum Erfolg finden können.

Dieser fast konfuzianische Satz bewahrheitet sich immer wieder.

Gute Erfolgsplaner und -manager beurteilen jeden Schritt in der Kette in Bezug auf ihren Beitrag zum Ende. Wobei auch hier der Grundsatz gilt: das Wichtigste zuerst. So kommt Druck auf die Pipeline.

Je mehr Sie das Glied in der Kette mit dem gedanklichen Ende verbinden, desto klarer sehen Sie die Etappen – und desto wirksamer wird jeder Beitrag der einzelnen Schritte, was das gesamte Tempo erhöht.

Auf diese Weise steigern Sie kontinuierlich Ihre Produktivität und Leistung! Hilfreich ist dabei ein Gedanke, den Gary Keller und Jay Papasan in „The ONE Thing“ entwickelt haben:

Die Domino-Progression

Stellen Sie sich eine lange Kette an Dominosteinen vor, bei der jeder Stein 1,5-Mal so groß ist wie der vorige. 

Schon nach 30 Steinen ist die Kette so groß wie der Eiffelturm, nach 52 Steinen so lang wie die Strecke zum Mond!

Man sieht: Mit der Domino-Progression sind „Moonshots“ besser möglich (das Wort von Google für außergewöhnliche Projekte). Wenn sie den Beitrag des Einzelnen für das Ende sehen, können Sie sich mehr Gedanken machen, wie sie die Effektivität des „Schwungrads“ erhöhen können.

Dadurch erkennen Sie auch die Möglichkeit zur Progression im Rahmen des Erfolgshandelns.

Negativ-Szenario: Wer sich keine Gedanken macht über Prioritäten oder die Relevanz bestimmter Schritte, wird immer gleich große Dominosteine aneinanderreihen. Die Kette wäre zwar lang, aber sie ginge nicht aufwärts. Die Progression bleibt aus.

Deshalb die Empfehlung: Wer jeden einzelnen Beitrag im Hinblick auf die Steigerungsfähigkeit des Ganzen sieht, wird Synergien, Progressionen und Mehrwerte erschließen können. Leistung und Effektivität legen enorm zu.

Fazit: Versuchen Sie, jeden Tag besser zu werden und jeden Tag eine Steigerung in Ihre wichtigsten Aktionen zu bringen!

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