Lift oder Treppe: Welche Strategie führt mehr zum Erfolg?

Lift oder Treppe: Welche Strategie führt mehr zum Erfolg?

Lift oder Treppe: Welche Strategie führt besser zum Erfolg?

written by CHRISTIAN BORN

Diese Frage wird hier vor dem Hintergrund der Karriere von Martin Scorsese diskutiert, mit einem überraschenden Ergebnis  

2010 wurde der Regisseur und Oscar Preisträger Martin Scorsese bei den Golden Globe Awards für sein Lebenswerk geehrt. Mit Filmklassikern wie Taxi Driver (1976), Wie ein wilder Stier (1980), GoodFellas (1990), Casino (1995), Departed – Unter Feinden (2006) und mehr.

In Scorseses Karriere ging es seit den 70er Jahren stetig aufwärts. Es wirkte irgendwie einfach. Doch obwohl in seinen Filmen vieles leicht aussieht, gibt es von ihm einen interessanten Satz über Einfachheit, der aufhorchen lässt:

 „Es gibt nicht so etwas wie einfach. Einfach ist schwer.“

Damit sagt eine der besten Filmemacher Hollywoods: Um etwas einfach aussehen zu lassen, muss man Schwerstarbeit verrichten.

Er hätte auch sagen können: Um etwas einfach zu erreichen, muss man einen schweren Weg antreten. Oder im Umkehrschluss:

Wer versucht, einfache Wege zu gehen, hat es schwer. Denn es ist nicht leicht, etwas Großes auf einfachem Wege zu schaffen.

Das war es, was der Schweizer Schriftsteller und Verleger Emil Ösch meinte, als er formulierte:

„Zum Erfolg gibt es keinen Lift. Man muss die Treppe benutzen.“

Auf die harte Tour

Mit anderen Worten führt kein einfacher Weg von der Erde zu den Sternen. Und das bedeutet: Wer etwas Großes schaffen möchte, darf nicht den einfachen Weg wählen.

Scorseses Erfolgsgeheimnis war, schrieb die Süddeutsche Zeitung, dass er stets den harten Weg gegangen ist. Scorsese hat sich verlockenden Angeboten bewusst verweigert, auch wenn es einfach und lukrativ gewesen wäre, sie anzunehmen. (1)

Warum ist es keine gute Idee, mit dem Lift in den „Olymp“ fahren zu wollen und besser die „harte Tour“ zu wählen? Dazu zwei wichtige Argumente:

Auf die harte Tour

Nur wer die Treppe nimmt, trainiert die entsprechenden Muskeln oder erwirbt die Fähigkeit, den Weg nach oben durchzustehen und höchsten Ansprüchen gerecht zu werden.

Wer meint, man müsse nur den Fahrstuhl nehmen, schafft es vielleicht schnell nach oben. Doch: Ob man sich dort oben hält, ist eine andere Frage.

Dem Regisseur Florian Henckell von Donnersmarck ist etwas Einzigartiges geglückt. Sein Filmdebüt „Das Leben der Anderen“ gewann sofort den Oscar: 2007 in der Kategorie „Bester fremdsprachiger Film“.

Dieser Erfolg war von Donnersmarcks „Fahrstuhl“ in den Hollywood-Olymp. Hollywood bot dem „Rookie“ überraschend den Regiestuhl bei „The Tourist“ an, mit Angelina Jolie und Johnny Depp in den Hauptrollen.

Leider wurde der Film, trotz eines passablen Einspielergebnisses, größtenteils negativ aufgenommen. Seitdem ging es in von Donnersmarcks Karriere nicht weiter steil aufwärts.

Mit dem zweiten Film direkt nach Hollywood – und danach direkt auf den Walk of Fame? Es war zu schön, um wahr zu sein. Oder einfach viel zu einfach. Denn durch Scorsese wissen wir:

Wer versucht, etwas Großes zu schaffen, darf nicht den „einfachen“ Weg wählen. Sonst fehlen unter Umständen die mit dem Weg verbundenen Erfahrungswerte. Stufe für Stufe zu erklimmen, ist oft einfacher und sicherer!

Wahrer Erfolg kennt keine faulen Kompromisse

Wenn es um Erfolge geht, sind in der Regel Spitzenleistungen gefragt. Gemäß dem Motto: An der Spitze wird die Luft immer dünner. Wer meint, in Erfolgsfragen Kompromisse machen zu können, liegt falsch.

Denn jeder Kompromiss, den man eingeht, und sei es nur ein kleiner, ist ein fauler Kompromiss. Und jede Faulheit, die man meint, sich leisten zu können, führt zu Kompromissen in der Leistung. Und so zu schlechteren Ergebnissen.

In seinem Buch „Relentless“ spricht Tim Grover über das Mindset echter Champions in Hochleistungsbereichen, vor allem am Beispiel der Basketball-Stars Michael Jordan und Kobe Bryant, die er als Personal Coach trainierte. (2)

Beide legten zusätzlich zum Vereinstraining bei Grover Sonderschichten ein – sogar noch an den Spieltagen, was eigentlich für unmöglich gehalten wurde! Doch der Erfolg gab der Strategie von Grover Recht.

Michael Jordan und Kobe Bryant sind die „Besten der Besten“, weil sie trotz ihres herausragenden Talents wissen:

Nur wenn man sich Erfolg kompromisslos jeden Tag erarbeitet, kann man volle Leistung bringen und sich an der Spitze halten!

Nur wer hart arbeitet, kann vergleichsweise einfach (und auch öfter) zum Erfolg kommen. Wer sich die Arbeit spart, hat es sehr schwer.  

Erfolgreiche Seriensieger unterscheiden sich von anderen Menschen vor allem dadurch, dass sie keine Kompromisse machen! Dass sie nie in den Lift steigen. Ihr Geheimnis ist, dass sie IMMER die Treppe benutzen!

(1) Tobias Kniebe: Wie Scorsese auf den Olymp der Filmgeschichte kletterte (Süddeutsche.de/Kultur 2022)

(2) Tim Grover: Relentless (FinanzBuchVerlag 2023)

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